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Die Annenkapelle in Essen-Rellinghausen

Annenkapelle
© Claus Salewski, Februar 2007

Die Annenkapelle liegt im Mühlenbachtal in Essen-Rellinghausen. Ihre Entstehung ist mit einer Legende verbunden.

Am 25. Juli 1516 feierte man wie üblich das Fest des Heiligen Jakobus mit einer Kirchweihe und einem Festgottesdienst. In einer Abschrift aus dem Jahr 1687 ist der Bericht eines zeitgenössischen Chronisten überliefert, der die Geschehnisse nach dem Gottesdienst festhielt. Aus der Kirche wurde an diesem Tag der Kelch mit den geweihten Hostien (Ciborium) gestohlen. Die Diebe glaubten sich auf der Flucht verfolgt und schütteten die Hostien auf einem Platz mit einer Hecke in der Nähe des Rellinghausener Kirchspiels aus. Die Diebe wurden am nächsten Tag gefasst und sowohl das Ciborium als auch die Hostien wurden gefunden.

Die Legende erzählt, daß ein Schäfer am nächsten Tag, dem 26. Juli, seine Schafe im Mühlenbachtal hütete. Als er durch die Wiesen streifte, sah er plötzlich, wie seine Schafe vor einem Dornenstrauch knieten. Als er dazu kam, sah er die ausgestreuten Hostien. Er lief sofort zum Dorf und überbrachte die Botschaft vom Fund der Hostien. Weiter erzählt die Legende, daß im Jahr darauf der Dornbusch Blätter trug und diese das Bild der Hostien trugen. Der so geweihte Dornbusch war bald das Ziel vieler Pilger, sodaß der Beschluß gefasst wurde, an dieser Stelle eine Kapelle zu bauen. Ursprünglich wurde das kleine Gotteshaus "Kapelle Corporis Christi zur heiligen Stätte" benannt, aber im 17. Jahrhundert mit dem Zusatz in vulgo St. Anna versehen. 1707 heißt es dann in einem Schriftstück "Capel ad St. Annam bey Rellinghausen". Seitdem ist der Name Annenkapelle geblieben. Aufgrund des Fundes der Hostien am Tag nach dem Patronatsfest des Heiligen Jakobus hat sich im Laufe der Zeit auch dieses Fest auf dem 26. Juli, dem Tag der Heiligen Anna verschoben. Seit dem Mittelalter wird auch das Annenfest mit der Annenkirmes, der Sühneprozession in das Annental sowie das Hochamt zu Ehren des Allerheiligsten Altarssakrament gefeiert. (Quelle: Hugo Rieth, ESSENER KAPELLEN Geschichte und Legenden)

1693 wurde ein Neubau der Kapelle in Angriff genommen, da die alte Kapelle (ein Fachwerk) wohl schon sehr baufällig war. Im Laufe der Jahrhunderte wurden kleinere Reparaturen vorgenommen und von 1973 bis 1975 wurde die Kapelle restauriert. Am St. Anna-Tag 1992 wurde über dem Eingang eine Bronzeplastik in Form des Heiligen Lamms eingefügt.

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Annenkapelle mit heiligem Lamm
© Claus Salewski, Februar 2007

Annenkapelle
© Claus Salewski, Februar 2007

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© Hildegard Salewski, 9.2004 - 5.2013



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