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Essen schmeckt nich‘

1988 gerät der Essener Kriminalbeamte Mick Brisgau in eine Schießerei (soll vorkommen) und wird da dabei so schwer am Kopf verletzt (soll vorkommen), daß er ins Koma fällt (soll vorkommen). Wie aus heiterem Himmel erwacht er 20 Jahre später aus diesem (soll auch vorkommen). Nur wenige Wochen später (?) kann er wieder seinen Dienst aufnehmen. Leider ist die Zeit nicht stehengeblieben und in ihrem Gefolge hat auch der technische Fortschritt seinen Lauf genommen. Für den rustikalen Mick sind alltägliche Dinge wie PCs und Autos mit Automatikschaltung (gab es die nicht auch schon in den 1980er Jahren?) oder Handys ein Buch mit sieben Siegeln. Zu allem Überfluß ist seine Frau inzwischen mit dem hiesigen Pathologen verheiratet. So gestaltet sich das Leben in der Gegenwart für Mick Brisgau zu einem einzigen Selbstfindungstrip.

Nach Heinz Haferkamp und Lutter ist Mick Brisgau der dritte Fernsehkommissar, der in Essen ermitteln darf. Was bei Hans Jörg Felmy (Haferkamp) und Joachim Król (Lutter) unter Berücksichtung sämtlicher Ruhrgebietsklischées streckenweise liebenswert und skurril anmutete, wirkt bei der SAT 1-Krimiserie „Der letzte Bulle“ eher rustikal und an den Haaren herbeigezogen. Nicht einmal das Polizeipräsidium ist in dieser Serie echt, das Gebäude war den Machern wohl nicht modern genug. Nun, Krimiserien müssen ja nicht unbedingt realitätsbezogen sein, schließlich sollen sie den Zuschauer unterhalten. Nicht einmal das schafft „Der letzte Bulle“. Die Serie hinterläßt allenfalls einen äußerst faden Beigeschmack. Die Geschichten der einzelnen Episoden wirken wie an den Haaren herbeigezogen, wie von heißer Nadel gestrickt. Alles hat man irgendwann schon einmal in wesentlich besserer Ausführung gesehen.

Und die Figuren, allen voran Mick Brisgau, wirken wie Schablonen, austauschbar gegen andere. Und für ein wenig Lokalkolorit, um Atmosphäre zu schaffen, war wohl bei dieser Miniserie nicht genug Geld für Außenaufnahmen da. Da kann man nur sagen: „Dat Essen schmeckt nich‘ “.

© by Claus Salewski, Mai 2010

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