Wappen der Stadt EssenWappen der Stadt EssenWappen der Stadt EssenWappen der Stadt EssenWappen der Stadt EssenWappen der Stadt Essen

Der Schatz der Sommerburg 

Auf der Margarethenhöhe (DIE Krupp'sche Siedlung) befindet sich auf dem Marktplatz der Schatzgräberbrunnen, der 1912 dort gebaut wurde. An dieser Stelle sucht man seit Generationen nach dem legendären Schatz der Sommerburg, der bis heute unentdeckt blieb.

Die Sommerburg - in Erinnerung geblieben durch die Sommerburgstraße - war eine Festung, die in der Nähe des Lührmannwaldes auf einem Hügel lag. Sie war durch einen unterirdischen Gang mit dem nahen Stenshofe verbunden, einem reichen Bauernhof. Ganz in der Nähe der Festung lag ein tiefer, dunkler Weiher. Während des Dreißigjährigen Krieges wurde auch die Sommerburg erobert. Die Burgbewohner konnten zwar gerade entkommen, doch sie hatten keine Zeit und Gelegenheit, ihre Schätze mitzunehmen. Daher versenkten sie diese im nahegelegenen Weiher. Gold- und Silbermünzen, wertvoller Schmuck und andere Kostbarkeiten fanden so den Weg in die nasse Tiefe. Auch das berühmte goldene Spinnrad der Gräfin von der Sommerburg befand sich darunter.

Der Schatz blieb so viele, viele Jahre verschwunden; trotz aller Bemühungen war er nicht aufzufinden. Man munkelte, daß der Teufel selbst zum Hüter des Schatzes bestimmt worden sei. Luzifer habe einen riesigen Stein über die im Wasser ruhenden kostbaren Dinge gerollt. Schwarze Magie halte den Stein fest und niemand könne ihn von der Stelle bewegen.

Eines Tages hörte ein junger Bauer die Geschichte. Der Bauer war nicht nur mutig, sondern auch ausgesprochen habgierig. Die Vorstellung, daß im Wasser ein unermeßlicher Schatz läge, machte ihn ruhelos und rastlos. Er überlegte, wie der Stein aus dem Weg zu schaffen wäre, unter dem der Reichtum verborgen war. Immer wieder stand er am verzauberten Weiher und starrte in die dunkle Tiefe, bis er dann in einer mondhellen Nacht für einen kurzen Augenblick dieses steinerne Ungetüm erkennen konnte.
Er merkte sich die Stelle und am nächsten Tag kehrte er mit 20 Knechten und 40 Pferden zum Weiher zurück. Alle standen am Weiher und niemand wagte es an diesem unheimlichen Ort auch nur ein Wort zu sprechen. So hatte es der Bauer auch seinen Knechten aufgetragen, da er in einem alten Zauberbuch gelesen hatte, daß der Teufel nur überlisten werden könne, wenn alles schweigend durchgeführt würde.

Also machte er sich mit seinen Knechten beherzt an die Arbeit, nur das Klirren der Ketten und hin und wieder das leise Schnauben der Pferde war zu hören. Der Bauer gab ein Zeichen, die Pferde zogen langsam an - und ja, der Stein begann sich zu bewegen! Der Stein zitterte, er bebte, er wankte und fing an, sich zu heben. Jeder starrte gebannt in die Tiefe, um jeden Moment das Glitzern des Goldes zu sehen. Da unterbrach ein Knecht die unheimliche Stille und rief triumphierend: "Jetzt haben wir ihn!"

Doch hätte er besser geschwiegen! Aus der Tiefe des Wassers dröhnte plötzlich eine donnernde Stimme empor, ein Schrei voll Wut und Zorn! Die schweren Ketten rissen. Die Pferde wurden wild, bäumten sich auf und schlugen mit den Hufen aus. Die Männer wurden von Furcht und Grauen gepackt. Sie verließen den Weiher, so schnell sie nur konnten und rannten nach Hause.

Der Stein aber rollte noch tiefer in den Weiher und bis zum heutigen Tag hat kein Menschenauge ihn mehr erblickt.

divider

The treasure of the Sommerburg 

On the Margarethenhoehe (the Krupp settlement) on the market place you will find a well called "Treasure seekers well" which was built in 1912. Generations have searched for the legendary treasure of the Sommerburg which is still undiscovered.

The Sommerburg was a fortress which was built on a hill at the Luehrmann-forest. The castle was connected with the Stenshof (a barnyard) by a subterrestrial dyke. A few steps from the castle there was a deep and dark pond. During the Thirty Years' War the Sommerburg was conquered. The inhabitants were able to escape, but they had no time to take along the treasure. So they countersank the treasure into the pond. Gold and silver coins, precious jewellery and other preciousnesses found the way into the wet depth, also the famous golden spin wheel of the Sommerburg's countess.

For many, many years the treasure was lost; despite all efforts it could not to be found. Rumours said, the devil himself was assigned to be the guardian of the treasure. Luzifer rolled a giant stone over the pond. Black magic kept the stone and nobody would be able to move it away. One day a young farmer heard the story. This farmer was not only courageous, but also very greedy. He became restless by the idea of an untold treasure lying in the water.
He considered how to remove the stone to get to the hidden treasure. Again and again he stood at the enchanted pond, staring into the dark depth, until one moonlit night he got a short moment to see the monstrous stone. The farmer memorised the place, the next day he returned with 20 farmhands and 40 horses.

They all stood at the pond; nobody dared to say one word at this uncanny place. Also the farmer instructed his farmhands not to speak, since he read in an old grimoire that the devil only be outwit if all things would be done in silence. Dauntless he and his farmhands started the work. Every now and then only the chains were clinking and the horses snorting.

The farmer signaled the start, the horses pulled slowly - and the stone moved. It trembled, wavered and began to lift up. Everybody looked magnitised into the depth to see the sparkle of the gold. In this moment a farmhand disrupted the silence and triumphantly  shout: "Now we have it!" But oh - he had better held his tongue. A thunderous voice came out of the deep water, a yell full of rage and anger. The heavy chains were teared apart, the horses became frantic and the men were terrified. They left the pond as fast as they could and ran home. But the stone rolled much deeper into the pond. Until today nobody caught a glimpse of the stone ever again.

zurück

 

          nach oben

Zurück zur Startseite

© Hildegard Salewski, 9.2004 - 2014