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Die Sage von der Berne 

Essen an der Ruhr ist ein weit bekannter Begriff. Allerdings ist die Ruhr nicht der einzige Fluß, der durch Essen fließt. Neben der Ruhr gibt es noch die Emscher (die jahrzehntelang als Abwasserkanal mißbraucht wurde und nun renaturisiert wird) und zahlreiche Bäche. Einer dieser Bäche ist die Berne, die zwischen 1868 und 1886 als Unterstraßenkanal eingemauert wurde und wie die Emscher als Abwasserkanal benutzt wird. Heute erinnern nur noch Straßennamen wie "Bernestraße", "Am Bernewäldchen", "Bachstraße" und "Teichstraße" an den einst so lebendigen Bach.

In Zeiten, als hier im Gebiet von Essen noch keine Menschen wohnten, floß die Berne durch eine wunderschöne und friedliche Landschaft mit Bergen und Tälern. Nachts kamen die Feen und Elfen an die Ufer der Berne, um sich im Spiegel des kristallklaren Bachwassers die langen Haare zu kämmen.

In den Bergen um die Berne lebten auch Zwerge, die unterirdisch nach Gold, Silber und schwarzen Diamanten (Kohle) suchten. Sie arbeiteten Tag und Nacht auf der Suche nach den verborgenen Schätzen.

Zur selben Zeit lebten in der Berne die Bernenixen, anmutige Wesen, die im  Mondenschein Wasserreigen tanzten. Die Nixenkönigin saß auf einem kleinen Felsen im Wasser und ließ ihr goldenes Geschmeide im Mondlicht funkeln.

Eines Tages kam der tausendste Geburtstag des Königs der Zwerge. Zur Feier sollten auch die Nixen eingeladen werden. Der Zwergenkönig schickte die klügsten seiner Untertanen zu den Bernenixen, um seine Einladung zu überbringen. Doch als die Gesandten der Zwerge von der Nixenkönigin empfangen wurden, brachten sie kein Wort heraus, so sehr wurden sie von dem Funkeln und Glitzern der Edelsteine auf dem Körper der Königin geblendet. Sie vergaßen ganz, warum sie gekommen waren. Als die Bernenixen dies bemerkten, lachten sie und verspotteten die Gesandten des Zwergenkönigs. Die Boten kehrten betrübt in ihre unterirdische Bergwelt zurück, ohne die Einladung überbracht zu haben.

Als der König und seine Untertanen erfuhren, wie sehr die Nixen die Boten verspottet hatten, schworen sie, sich zu rächen. In der folgenden Zeit wurde das Hämmern und Klopfen in den Bergen zu einem Dröhnen, Rasseln und schrecklichem Krach, sodaß die Nixen bei ihren anmutigen Tänzen immer wieder gestört wurden. Die Bernenixen fragten sich, was die Zwerge da tief unten im Berg wohl trieben. Die Nixenkönigin tauchte empört in das schimmernde Wasser hinab zum Grund. Dort erschrak sie sehr, weil sie sah, daß die Zwerge unter dem Bett der Berne lange und tiefe Gräben ausgehoben hatten, in denen nun das Wasser abfloß. Weil die Berne immer weniger Wasser führte, konnten die Nixen nicht länger bleiben und suchten sich ein neues stilles Gewässer, in dem sie wieder fröhlich sein und tanzen konnten.

Die Zwerge aber blieben noch lange in den Bergen und gruben fleißig nach den verborgenen Schätzen, bis ihre Arbeit immer schwieriger wurde. Denn durch die Gänge, die sie zur Berne gegraben hatten, floß weiterhin ein Teil des Bachwassers und erschwerte ihre Arbeit. Später, als auch die Menschen nach Kohle suchten, zogen die Zwerge fort. Seitdem hat nie mehr ein Zaubervolk an den Ufern der Berne gewohnt.

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© Hildegard Salewski, 9.2004 - 2014