Wappen der Stadt EssenWappen der Stadt EssenWappen der Stadt EssenWappen der Stadt EssenWappen der Stadt EssenWappen der Stadt Essen

Die Legende von der Teufelssäule

Im Ostchor des Essener Doms steht eine prachtvolle Marmorsäule, deren einziger Makel ein Riß ist. Und an diesem Riß soll der Teufel persönlich schuld sein. Es gibt viele Fassungen dieser Sage, hier ist meine Lieblingsversion.

Die Legende stammt aus der Zeit des ersten Jahrtausendwechsels. In dieser Zeit (von 971 bis 1011) war Mathilde, die Enkelin Kaiser Ottos des Großen, Äbtissin des Stiftes Essen. Mathildes Amtszeit war eine der glanzvollsten des Essener Damenstiftes. Aus ihrer Zeit stammen Kunstwerke wie z.B. die "Goldene Madonna" (die älteste vollplastische Mariendarstellung der Welt) oder der Siebenarmige Leuchter, die noch heute in der Domschatzkammer zu bewundern sind.

Auf eine ihrer Reisen kam Mathilde nach Rom und entdeckte dort eine Marmorsäule, die sie gern für das Essener Münster haben wollte. Der Papst schenkte ihr die Säule. Doch wie sollte sie dieses tonnenschwere Objekt über die Alpen transportieren?

Da bot ihr ein charmanter Edelmann seine Hilfe an. Als Gegenleistung verlangte er Mathildes Seele. Diese erschrak, wurde ihr doch klar, daß sie mit dem Teufel verhandelte. Sie zögerte, stimmte dem Handel dann aber unter einer Bedingung zu: Die Säule mußte am Dreikönigstag vor dem Ave-Läuten im Essener Stift abgeliefert werden. Der Teufel stimmte der Bedingung zu, hatte er die Seele der Äbtissin "sicher in der Tasche".

Mathilde reiste heim nach Essen, und der Teufel begann mit dem Transport der Säule. Auch für ihn war es ein hartes Stück Arbeit, das tonnenschwere Objekt über die Alpen zu transportieren, aber am Dreikönigstag war er pünktlich in Essen.

Mathilde verbrachte den Dreikönigstag tief beunruhigt und betend im Kreuzgang des Essener Münsters. 10 Minuten vor dem Ave-Läuten donnerte es am Tor - der Teufel begehrte Einlaß, um die Säule abzuliefern. Doch niemand öffnete ihm. Er klopfte nochmals, doch wieder tat sich nichts. Erbost darüber, daß niemand öffnete, schwang sich der Teufel mit der Säule auf dem Rücken auf die Klostermauern, um in das Stift hineinzugelangen. Doch während er sich noch in der Luft befand, begannen die Glocken von unsichtbarer Hand gezogen mit dem Ave-Läuten. Der Teufel fühlte sich um seine Seele betrogen (hatte er die Säule doch nicht abliefern können) und schleuderte die Säule mit solcher Wucht in den Stiftshof, sodaß diese einen Riß erhielt. Der Teufel aber verschwand in einer Wolke aus Rauch und Schwefel.
Aus Dankbarkeit ließ Mathilde die Marmorsäule trotz ihres Risses im Essener Münster aufstellen.

divider

The legend of the devils' pillar

You will find a marvellous marble pillar at Essen’s cathedral. Her only fault is a breach which was made by the Devil himself. There are many versions of this legend, here’s my favourite one.

It was the time around the first millenium, when Mathilde, granddaughter of emperor Otto the Great was Abbess of Essen. Her regency was a golden age for the convent, timeless art came to Essen like e.g. the “Golden Madonna”, nowadays a very precious piece of the Cathedral treasure.

On of her voyages Mathilde came to Rome, where she discovered a beautiful marble pillar. The pope gladly gave her this pillar as a gift. But Mathilde had a problem: How could she ever transport this extremely heavy object over the Alps?

A charming nobleman offered his help. But in return he demands her soul. Mathilde was frightened because she was negotiating with the Devil himself. After some hesitation she agreed under one condition: The pillar had to be delivered on Epiphany day before the church bells toll the Ave. The Devil agreed to this condition, he felt sure to get the soul.

Mathilde travelled home to Essen, and the Devil started to transport the pillar. Even for him it was a hard work to transport this heavy object to Essen.

Deeply concerned Mathilde spent all day of Epiphany with prayers. 10 minutes before the bells tolled the Devil arrived at the convent. He knocked at the gate but nobody opened him. After a second useless try he jumped with the pillar on the convent’s wall. While he was jumping the bells began to toll the Ave, driven by an invisible force. The Devil felt betrayed (not being able to deliver the pillar, so he didn’t get the abbess’ soul), and in a rage he threw the pillar into the convent’s courtyard. The pillar was damaged with a breach. The Devil disappeared and never came back to Mathilde.

Grateful she didn’t lost her soul to the Devil, the pillar was raised in the church by Mathilde’s wish.

zurück

 

          nach oben

Zurück zur Startseite

© Hildegard Salewski, 9.2004 - 2014