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Helmut Rahn 

Essen ohne Fußball ist wie das Ruhrgebiet ohne Ruhr. Von den vielen Vereinen aus Essen konnten sich vor allem Rot-Weiß Essen und Schwarz-Weiß Essen einen Namen machen.
 
Viele namhafte Spieler wie z.B. Horst Trimhold, Otto Rehagel, Horst Hrubesch, Oliver Bierhoff oder Jens Lehmann haben an der Hafenstraße bzw. am Uhlenkrug gespielt oder ihre Karrieren begonnen. Aber keiner von ihnen nimmt eine so herausragende Stellung im deutschen Fußball ein wie Helmut Rahn.
 
Der am 16.08.1929 in Essen-Katernberg geborene Helmut Rahn ist ein echtes Kind des Ruhrgebiets. Seine erste Station war der SV Altenessen 1918. Von hier aus trieb es ihm zum westfälischen Verein SV Oelde. Hier konnte sich Helmut Rahn einen Namen machen. Der aufstrebende Verein Sportfreunde Katernberg holte ihn für die neugegründete Oberliga West zurück nach Essen. Hinter Borussia Dortmund wurde die Mannschaft vom Lindenbruch am Ende der Saison 1947/48 Zweiter und nahm an der Endrunde zur deutschen Meisterschaft teil. Zwar mußten sie schnell die Segel streichen, doch der Westen Deutschlands wurde auf den talentierten Mittelstürmer Helmut Rahn aufmerksam. Der ruhmreiche FC Schalke 04 hätte ihn gerne unter Vertrag genommen, doch er entschied sich für die aufstrebenden Essener Rot-Weißen, weil deren Präsident Georg Melches, Besitzer einer Gießerei, das bessere Argument für einen Wechsel zur Hafenstraße für den jungen Stürmer hatte, und zwar eine Anstellung als Cheffahrer für Melches. Dank hervorragender Fußballer wie August Gottschalk, Bernhard Termath, Fritz Herkenrath, "Penny" Islacker und eben Helmut Rahn war RWE zwischen 1949 - 1956 neben Borussia Dortmund die führende Mannschaft in der Oberliga West. Dank der Tore von Helmut Rahn wurde RWE 1953 Pokalsieger und 1955 Deutscher Meister.So ist es kein Wunder, daß er schnell für die Nationalmannschaft ein Thema wurde. Bundestrainer Sepp Herberger berief ihn vierzigmal in die Nationalmannschaft, wo er immerhin 21 Tore schoß.

Den wohl größten Tag seiner Karriere erlebte Helmut Rahn am 04.07.1954 im Berner Wankdorf-Stadion im Weltmeisterschaftsendspiel gegen die als unschlagbar geltenden Ungarn. Im Gruppenspiel hatte es gegen die Mannschaft rund um ihren genialen Spielmacher Ference Puszkas ein 3:8 Debakel gegeben. Und auch der Beginn des Endspiels verhieß nichts Gutes, denn bereits nach wenigen Minuten führten die technisch überlegenen Ungarn 2:0. Der Nürnberger Max Morlock verkürzte auf 2:1 und Helmut Rahn sorgte für den 2:2 Pausenstand. Mit seinem 3:2 Siegestreffer versetzte er eine ganze Nation in einen Freudentaumel und sorgte für das hinterher zitierte "Wunder von Bern". Nach dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1955 ging es mit Rot-Weiß Essen bergab, Helmut Rahn wechselte zum 1. FC Köln, der aufstrebenden Nummer 1 im Westen und der Mannschaft seines Nationalmannschaftskollegen Hans Schäfer. Hier konnte er allerdings nicht so recht Fuß fassen, trotzdem berief ihn Sepp Herber nochmals in den Kader zur WM 1958 in Schweden.

Der Titelverteidiger gehörte zu den Mitfavoriten, doch trotz der Tore von Rahn war im Halbfinale Endstation. In einer von tiefen Haß vergifteten Atmosphäre und mit freundlicher Mithilfe des Schiedsrichters mußten sich die Deutschen dem Gastgeber Schweden geschlagen geben. Das Spiel um den dritten Platz verlor die deutsche Mannschaft mit 3:6. Helmut Rahn wechselte vom 1. FC Köln zum niederländischen Erstligisten Twente Enschede und war somit einer der ersten deutschen Spieler, der sein Geld im Ausland verdiente. Zum Ende seiner Karriere kam er noch einmal zurück nach Deutschland. In der neugegründeten Bundesliga spielte er zwischen 1963-1965 für den Meidericher SV, mit denen er in der allerersten Saison sogar Vizemeister wurde. Neben Max Morlock vom 1. FC Nürnberg und Hans Schäfer vom 1. FC Köln war er der letzte Weltmeister von 1954, der in der Bundesliga spielte.

Eine schwere Verletzung zwang ihn 1965 zur Aufgabe. Fortan verdiente er sich sein Geld erfolgreich als Autohändler. In den folgenden Jahrzehnten zog er sich immer mehr ins Privatleben zurück. Als Helmut Rahn am 13.08.2003 in Essen-Frohnhausen starb, verlor der deutsche Fußball eine seiner wahren Lichtgestalten.
 

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 Denkmal Helmut Rahn
"Helmut, erzähl mich dat Tor"

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© Hildegard Salewski, 9.2004 - 2014