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Jens Lehmann

Eine der markantesten Persönlichkeiten des deutschen Fußballs der letzten beiden Jahrzehnte ist mit Sicherheit der am 10. November 1969 in Essen geborene Jens Lehmann.

Als Stammtorwart der deutschen Nationalmannschaft hatte er entscheidenden Anteil am guten Abschneiden bei der WM 2006 (3. Platz) und der EM 2008 (2. Platz). Dabei hatte er seine Karriere nicht als Torwart begonnen.

Als siebenjähriger wurde er Mitglied beim Essener Vorortverein DJK Heisingen und spielte hier in der Position des Mittelstürmers. 1978 wechselte er zum ETB Schwarz-Weiß Essen und wurde hier als Torwart eingesetzt. Bis 1987 spielte er für den Essener Traditionsverein, u. a. zusammen mit dem späteren Nationalspieler Oliver Bierhoff.

Aufgrund seiner guten Leistungen wurden schnell diverse Profivereine auf das Talent aufmerksam. Schließlich war es der Gelsenkirchener Traditionsverein FC Schalke 04, der ihn unter Vertrag nahm. Nach einem Jahr in der A-Jugend gelang ihm in der Saison 1988/89 der Sprung in die erste Mannschaft. Hier schaffte er zeitweise den Sprung zum Stammtorwart, als der Bundesligaabsteiger in der 2. Liga in ernsthafte Abstiegsgefahr geriet. Insgesamt bestritt Jens Lehmann in seinem ersten Profijahr 13 Einsätze und war maßgeblich am Klassenerhalt der Schalker beteiligt. In den kommenden beiden Jahren war er nicht durchgehend Stammtorwart; zeitweise wurde er von Holger Gehrke verdrängt, hatte aber letztendlich großen Anteil daran, daß der FC Schalke 1991 in die Bundesliga zurückkehrte.
Erst ab der Saison 1994/95 war er die unumstrittene Nummer 1 im Tor der Gelsenkirchener. Mit Jens Lehmann im Tor und einer sattelfesten Abwehr rund um Thomas Linke begann der sportliche Höhenflug des FC Schalke 04. Erster Höhepunkt war in der Saison 1995/96 der 3. Platz und die erste Teilnahme des Vereins im UEFA-Cup seit 1977. In dieser Saison kassierte die Schalker Abwehr mit 36 Gegentoren die wenigsten Gegentreffer aller Bundesligavereine. Im Folgejahr sicherte sich der FC Schalke 04 nach einem Elfmeterschießen den UEFA-Pokal gegen Inter Mailand, der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Nach einer durchwachsenen Saison 1996/97 mit dem 12. Platz erwies sich in der Folgesaison die Schalker Defensive wieder als äußerst sattelfest und kassierte mit 32 Gegentoren die wenigsten Gegentreffer der Bundesliga und führte den FC Schalke 04 auf den 5. Platz.

Durch die Erfolge im UEFA-Cup wurden auch die europäischen Spitzenvereine auf Jens Lehmann aufmerksam. Der italienische Spitzenverein AC Mailand nahm ihn im Juli 1988 unter Vertrag. Von Anfang an stand er beim AC Mailand in der Kritik und mußte schnell seinen Posten Sebastiano Rossi überlassen. Obwohl er einen Dreijahresvertrag beim AC Mailand besaß, wechselte er bereits im Dezember 1998 wieder zurück in die Bundesliga zu Borussia Dortmund. Hier ersetzte er den langjährigen Stammtorwart Stefan Klos, der in der Winterpause nach England gewechselt war. Beim Anhang des sympathischen Vereins aus dem Osten des Ruhrgebiets stieß die Verpflichtung von Jens Lehmann zunächst auf Ablehnung. Was weniger an seiner Person als vielmehr an der Tatsache lag, daß er jahrelang für den verhaßten Reviernachbarn gespielt hatte (ein ähnlich zickiges Verhalten legten die Schalker Fans an den Tag, als wenig später Andreas Möller von Borussia Dortmund zum FC Schalke 04 wechselte). Bei Borussia Dortmund erlebte Jens Lehmann in der Saison 2001/02 den Höhepunkt seiner Karriere, als sich der BVB am vorletzten Spieltag seine sechste Meisterschaft sicherte (was dem FC Schalke 04 im Jahr zuvor verwehrt blieb, machte Borussia Dortmund wahr!).

Im Jahr 2003 wechselte Jens Lehmann in die Premier League zu Arsenal London. Hier war er von Anfang an der Garant für den Erfolg, kassierte in 38 Ligaspielen nur 26 Gegentore und Arsenal London wurde mit 11 Punkten Vorsprung Meister. Wie bei den italienischen Spitzenvereinen gehört auch bei den Top-Vereinen der britischen Premier League Geduld nicht gerade zu den Stärken der Verantwortlichen. Fehler werden sofort bestraft. Nach einigen Fehlern in den Spielen der Champions League mußte Jens Lehmann seinen Stammplatz Manuel Almunia überlassen, den er sich aber in der Folgezeit zurückerkämpfen konnte. In der Saison 2005/06 kassierte er in 38 Ligaspielen gerade einmal 31 Gegentreffer. Als er sich zu Beginn der Saison 2007/08 zwei schwere Fehler leistete und sich zudem eine Kapselzerrung im Sprunggelenk zuzog, war seine Karriere bei Arsenal London praktisch beendet. Im Dezember 2007 wurde er zunächst vom VFL Wolfburg und anschließend von Borussia Dortmund heftig umworben. Zur Überraschung aller wurde Anfang Juni 2008 bekanntgegeben, daß Jens Lehman ab der Saison 2008/09 beim VFB Stuttgart das Tor hüten wird

Ein Torwart mit konstant guten Leistungen war auch für die Nationalmannschaft ein Thema. Sein Debüt in der Nationalmannschaft gab er am 18. Februar 1998 beim 2:0 Erfolg über Oman (!) in Maskat. Als Nummer 2 hinter Oliver Kahn vom FC Bayern München kam er nur selten zum Einsatz. Er nahm an den Weltmeisterschaften 1998 und 2002 sowie den Europameisterschaften 2000 und 2004 teil, kam allerdings nicht zum Einsatz. Seine große Zeit in der Nationalmannschaft kam erst, als Jürgen Klinsmann Rudi Völler 2004 beerbte. Für Trainer Klinsmann gab es keine klare Nummer 1 im Tor, und er setzte Oliver Kahn und Jens Lehmann für die Vorbereitungsspiele zur WM 2006 im eigenen Land abwechselnd ein. Die ungeklärte Torhüterfrage sorgte für öffentliche Diskussionen. Am 07. April 2006 erklärte Jürgen Klinsmann Jens Lehmann als neue Nummer 1 im deutschen Tor. Diese Entscheidung sorgte für einigen Wirbel, erwies sich aber als richtig, denn im Laufe des Turniers war Jens Lehmann ein Garant für das gute Abschneiden der deutschen Mannschaft, die erst im Halbfinale vom späteren Weltmeister Italien gestoppt wurde.

Auch bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz war Jens Lehmann die Nummer 1 im Tor. Auch diesmal sorgte seine Nominierung als Nummer 1 für einigen Wirbel. Er war bei Arsenal London kein Stammtorwart mehr und viele sogenannte Experten fragten sich, wie kann ein Torhüter ohne jegliche Spielpraxis die Nummer 1 in der Nationalmannschaft sein. Auch wenn Jens Lehmann bei Arsenal London keine Berücksichtigung mehr fand, so stand er doch voll im Training und konnte trotz gelegentlich kleinerer Patzer (welcher Torwart macht die nicht) vollends bestätigen. Allerdings führten seine gelegentlichen (seltenen) Patzer für viele sogenannte Experten auf seine mangelnde Spielpraxis zurück. Immerhin kam die deutsche Nationalmannschaft bei der EM 2008 bis ins Endspiel (das beste Abschneiden seit 1996), nicht zuletzt dank Jens Lehmann. Daß die deutsche Mannschaft das Endspiel mit 0:1 gegen eine starke spanische Mannschaft verlor, lag bestimmt nicht an Jens Lehmann.

Am 08. August 2008 gab Jens Lehmann nach 61 Länderspielen seinen Rückzug aus der Nationalmannschaft bekannt.
 

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